Vortragsabend Steuerreform und Familie

20. März 2009, Maria Enzersdorf

Zu einem weiteren interessanten Vortragsabend aus der Vortragsreihe „Familie - Gemeinschaft der Generationen - Zukunfts- oder Auslaufmodell“ lud am 20.03.2009, der Freiheitliche Familienverband ins wunderschöne Schloss Hunyadi in Maria Enzersdorf ein. Über 80 Interessierte fanden sich im Festsaal des Schlosses ein, um sehr interessanten Vorträgen zweier toller Referentinnen zu lauschen. Nach einer kurzen Moderation und Vorstellung der Vortragenden übergab die Obfrau des FFVNÖ Mag. Elke Nachtmann das Wort an die Referentinnen.

Im ersten Vortrag referierte Frau Ministerialrätin Mag. Brigitta Burger, Steuerombudsfrau im Finanzministerium, über die Steuerreform und was diese für die Familien in Österreich bringen würde. Sie konnte ein paar fiskalische Anreize - Kinderfreibeträge, Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten - für Familien feststellen, der Weg zu einem Modell wie das Familiensplitting in Frankreich, wo es u.a. durch dieses Steuermodell zu signifikant steigenden Geburtenraten kommt, sei aber noch weit.

Nach einer vom Publikum reichlich genutzten Möglichkeit der Fragestellung an die Referentin, angeregter Diskussion und einer kleinen Pause, folgte dann der zweite Vortag zum Thema „Familie - Ort menschlichen Gedeihens und Basis einer funktionierenden Gesellschaft“ von der Dipl. Lebens- und Sozialberaterin und vierfachen Mutter Alrun Lackinger. In ihrer Rede ging sie auf den immensen Wert der Familie für unsere Gesellschaft und deren gedeihliche Fortentwicklung ein.

Sie kritisierte berechtigt, dass die heutige Politik eine „wirtschaftsorientierte Familienpolitik“ forciere, hingegen eine „familienorientierte Wirtschaftspolitik“ weit sinnvoller und auch produktiver wäre. Mütter werden gedrängt, möglichst rasch wieder in das Erwerbsleben einzusteigen, Erziehungsarbeit wird also möglichst früh ausgelagert und das Kind muss sich dann das für ein optimales Gedeihen auf allen Ebenen förderliche Quantum an Zuneigung und Verständnis für seine Persönlichkeitsbildung mit bis zu 19 (oftmals auch mehr) anderen Kindern in der Gruppe teilen. Und genau dies ist gemäß den Aussagen der psychologischen und pädagogischen Experten nicht förderlich für eine optimale Entwicklung des Kindes und erzeugt unter anderem gesundheitsschädlichen Stress. Die Forschungsergebnisse der Wissenschaft belegen, dass in den ersten drei Lebensjahren der Kontakt vor allem zur Bezugsperson Mutter wesentlich ist für die Bildung eines stabilen sogenannten „Sozialen-ICH“.

Abschließend forderte Alrun Lackinger:“ Wirtschaft und Politik haben die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Frau ihre Kinder in den ersten Jahren begleiten könne, dass sie dann aufgrund ihrer in dieser Zeit erworbenen sozialen Kompetenzen (viel gepriesen und in unzähligen Führungs-Seminaren um viel Geld an den „Mann“ gebracht!) und der Weiterschulung theoretischer Inhalte und des praktischen Bereiches ihres Berufes wieder ins Berufsleben einsteigen könne. D.h. ein „NACHEINANDER“ möglich gemacht werde, und somit der berühmte sogenannte Spagat zwischen Kinderbetreuung und Beruf von den Frauen in diesem Ausmaß nicht abverlangt werde.“

Auch nach diesem Vortrag entstand eine angeregte Diskussion im Saal, die anschließend bei Speis und Trank noch lange fortgesetzt wurde.

Mag. Elke Nachtmann, Obfrau des FFVNÖ

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Die Beteiligten an der Veranstaltung Burger, Scherzer, Nachtmann, Höbart, Lackinger, Ossberger
v.l.n.r. Burger, Scherzer, Nachtmann, Höbart, Lackinger, Ossberger

 

 

Bild der Vortragenden

 

 

Bild des Vortrags von Alrun Lackinger